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Unterschriften & Sicherheit

PDFs elektronisch unterschreiben

PDFs elektronisch unterschreiben: So signierst du selbst, forderst Unterschriften an und richtest Signaturfelder korrekt ein.

18. August 2023 7 Min. Lesezeit

KI-generiert

Der Vertrag ist fertig, die Personalunterlagen sollen heute noch zurückkommen oder eine Freigabe fehlt für die nächste Rechnung. Jetzt wird aus einem einfachen PDF schnell eine organisatorische Aufgabe: Wer unterschreibt wo, in welcher Reihenfolge und wie erkennst du später, ob wirklich die richtige Version vorliegt? Mit Adobe Acrobat kannst du solche Abläufe deutlich sauberer organisieren, wenn du die passende Unterschriftsart auswählst.

Elektronisch unterschreiben ist nicht immer dasselbe

Im Arbeitsalltag wird oft pauschal von einer digitalen Unterschrift gesprochen. Fachlich lohnt sich eine Unterscheidung, denn Acrobat bietet unterschiedliche Funktionen mit verschiedenem Zweck.

Eine einfache elektronische Unterschrift ist zum Beispiel ein eingetippter Name, ein gezeichnetes Namenszeichen oder ein Bild der eigenen Unterschrift. Sie ist praktisch für interne Freigaben, Einverständniserklärungen oder Dokumente, bei denen keine besondere rechtliche Form erforderlich ist.

Eine digitale Signatur arbeitet dagegen mit einem digitalen Zertifikat. Sie kann nachvollziehbar machen, ob das Dokument nach der Signatur verändert wurde und welchem Zertifikat die Signatur zugeordnet ist. In Acrobat heißt das passende Feld für solche Vorgänge „Digitale Signatur“. Für bestimmte geschäftliche oder rechtlich sensible Fälle können zusätzliche Anforderungen gelten. Welche Unterschriftsform im Einzelfall genügt, solltest du deshalb intern oder rechtlich prüfen lassen. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.

Für viele wiederkehrende Abläufe genügt die einfache elektronische Unterschrift. Entscheidend ist dann vor allem, dass der Ablauf eindeutig ist: Die richtige Person erhält das richtige PDF, unterschreibt an der vorgesehenen Stelle und du kannst den Abschluss nachvollziehen.

Selbst ein PDF mit Acrobat unterschreiben

Wenn du ein PDF selbst unterschreiben möchtest, ist das Werkzeug „Ausfüllen und unterschreiben“ meist der schnellste Weg. Es eignet sich, wenn du ein vorhandenes Dokument ausfüllst und deine Unterschrift ergänzen willst.

Acrobat Reader und Acrobat Pro können PDFs öffnen, Formulare ausfüllen und einfache Unterschriften einfügen. Für weitergehende Funktionen, etwa das Erstellen komplexer Formularfelder oder das Organisieren umfangreicher Signaturabläufe, benötigst du in der Regel Acrobat Pro oder einen eingerichteten E Signatur Dienst.

So gehst du beim eigenen Unterschreiben vor:

  1. Öffne das PDF in Acrobat und prüfe zunächst die Seitenzahl, den Dateinamen und den Inhalt. Gerade bei Anhängen mit ähnlichen Namen passieren hier Fehler.

  2. Wähle „Ausfüllen und unterschreiben“. Acrobat erkennt häufig bereits vorhandene Formularfelder. Du kannst Textfelder anklicken und ausfüllen.

  3. Wähle die Funktion zum Hinzufügen einer Unterschrift. Du kannst deinen Namen eintippen, eine Unterschrift zeichnen oder eine Bilddatei deiner Unterschrift verwenden.

  4. Platziere die Unterschrift an der vorgesehenen Stelle. Achte darauf, dass sie nicht über wichtige Hinweise, Linien oder andere Felder gelegt wird.

  5. Ergänze bei Bedarf Datum, Ort oder weitere Angaben. Sind diese Angaben bereits als Formularfelder vorhanden, nutze genau diese Felder statt frei platzierten Texts.

  6. Speichere die Datei unter einem eindeutigen Namen. Bewährt haben sich Dateinamen mit Dokumentart, Vorgang und Datum, etwa „Freigabe_Messebudget_2026-09-01_unterschrieben.pdf“.

Eine eingefügte Unterschrift ist nicht automatisch ein Schutz gegen spätere Änderungen. Wenn die Unveränderbarkeit des Dokuments wichtig ist, solltest du prüfen, ob eine zertifikatsbasierte digitale Signatur oder ein geregelter Signaturdienst erforderlich ist.

Andere Personen zur Unterschrift auffordern

Wenn mehrere Personen unterschreiben sollen, ist das Versenden einer PDF Datei per E Mail mit der Bitte um Rücksendung oft fehleranfällig. Versionen werden verwechselt, Unterschriften landen auf unterschiedlichen Dateien und du musst später mühsam prüfen, welches Dokument vollständig ist.

Für einen geführten Ablauf nutzt du in Acrobat das Werkzeug „E-Signaturen anfordern“. Damit bereitest du ein Dokument für Empfängerinnen und Empfänger vor und legst fest, wer unterschreiben soll. Die Empfänger erhalten eine Aufforderung und können das Dokument im vorgesehenen Ablauf bearbeiten.

Vor dem Versand solltest du diese Punkte festlegen:

FrageWarum sie wichtig ist
Wer unterschreibt?Nur die tatsächlich zuständigen Personen erhalten Zugriff.
In welcher Reihenfolge?Bei Genehmigungen soll oft erst eine Person prüfen, bevor die nächste unterschreibt.
Welche Angaben werden benötigt?Neben der Unterschrift können Name, Datum, Personalnummer oder Kostenstelle erforderlich sein.
Welche Felder sind Pflichtfelder?Pflichtfelder verhindern unvollständige Rückgaben.
Welche Frist gilt?Eine klare Frist erleichtert die Nachverfolgung.

Beim Anfordern von E Signaturen ordnest du die Empfänger zu und platzierst die benötigten Felder. Dazu gehören typischerweise Unterschriftsfelder, Namensfelder, Datumsfelder, Textfelder oder Kontrollkästchen. Acrobat kann die Felder jeweils einer bestimmten Person zuweisen. So sieht jede Person nur die Eingaben, die sie selbst leisten soll.

Formuliere die Begleitnachricht knapp und konkret. Statt „Bitte unterschreiben“ ist besser: „Bitte prüfe die Vereinbarung und unterschreibe bis Freitag im vorgesehenen Feld auf Seite 3. Bei Rückfragen wende dich an die Personalabteilung.“ So wissen Empfänger sofort, was erwartet wird.

Signaturfelder richtig vorbereiten

Ein sichtbares Feld auf einer PDF Seite ist noch kein sinnvoll vorbereitetes Signaturfeld. Besonders bei Vorlagen, die regelmäßig verwendet werden, lohnt sich eine saubere Einrichtung.

Mit „Formular vorbereiten“ kannst du in Acrobat Pro Formularfelder anlegen und bearbeiten. Acrobat erkennt in vielen PDFs mögliche Felder automatisch. Diese Erkennung ist hilfreich, aber keine Endkontrolle. Prüfe jedes vorgeschlagene Feld selbst: Ist es an der richtigen Stelle, hat es die passende Größe und ist es der richtigen Person zugeordnet?

Für ein gutes Signaturfeld beachte folgende Regeln:

  • Platziere das Feld direkt bei der Bezeichnung, etwa bei „Unterschrift Mitarbeitende“ oder „Freigabe Führungskraft“.
  • Plane genug Platz ein. Ein sehr schmales Feld führt dazu, dass eine gezeichnete Unterschrift unleserlich wirkt.
  • Verwende eindeutige Feldnamen. „Signatur_Abteilung_1“ ist für die Pflege einer Vorlage hilfreicher als „Feld7“.
  • Lege fest, ob das Feld erforderlich ist. Bei einer notwendigen Unterschrift sollte es nicht übersprungen werden können.
  • Ergänze ein Datumsfeld, wenn das Unterschriftsdatum dokumentiert werden soll.
  • Prüfe die Lesereihenfolge, besonders bei mehrseitigen Formularen und Tabellen.

Wenn du mit einer zertifikatsbasierten digitalen Signatur arbeitest, verwendest du nicht einfach ein gewöhnliches Textfeld. Dafür ist das Feld „Digitale Signatur“ vorgesehen. Es bindet den Signaturvorgang technisch an das Dokument und kann Änderungen nach der Signatur erkennbar machen.

Ein einfacher Ablauf für mehrere Unterschriften

Nehmen wir eine interne Freigabe für eine neue Dienstleistungsvereinbarung. Die Fachabteilung erstellt das PDF, die Bereichsleitung prüft den Inhalt und die Geschäftsführung gibt abschließend frei.

Ein sauberer Ablauf kann so aussehen:

  1. Die Fachabteilung prüft die endgültige PDF Version auf Vollständigkeit. Anhänge, Seitenzahlen und Beträge werden vor dem Versand kontrolliert.

  2. Im Werkzeug „E-Signaturen anfordern“ wird zuerst die Bereichsleitung als unterzeichnende Person eingetragen, danach die Geschäftsführung.

  3. Die Unterschriftsfelder werden jeweils der richtigen Person zugeordnet. Zusätzlich wird ein Datumsfeld als Pflichtfeld angelegt.

  4. Die Reihenfolge wird so eingestellt, dass die Geschäftsführung erst nach der Bereichsleitung zur Unterschrift aufgefordert wird.

  5. Nach Abschluss wird das unterschriebene PDF zentral beim Vorgang abgelegt. Speichere nicht nur eine E Mail, sondern auch die finale Dokumentdatei an dem Ort, an dem dein Team sie später findet.

  6. Dokumentiere bei wichtigen Vorgängen zusätzlich, wer den Ablauf gestartet hat, welche Version versendet wurde und wann der Abschluss erfolgt ist.

Der entscheidende Vorteil liegt nicht allein darin, dass niemand mehr drucken und einscannen muss. Du reduzierst vor allem Medienbrüche und vermeidest, dass mehrere fast gleiche PDF Versionen im Umlauf sind.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Ein häufiger Fehler ist, ein PDF zu unterschreiben und anschließend noch inhaltlich zu ändern. Dann stimmt die Unterschrift möglicherweise nicht mehr zur endgültigen Fassung. Prüfe deshalb den Inhalt vor dem Start des Unterschriftsablaufs besonders sorgfältig.

Ebenfalls problematisch sind unklare Rollen. Wenn im Dokument nur „Unterschrift“ steht, weiß später niemand, ob die Person den Inhalt geprüft, genehmigt oder lediglich bestätigt hat. Beschrifte Felder deshalb immer mit der jeweiligen Funktion.

Auch gescannte Unterschriften verdienen Aufmerksamkeit. Sie sind zwar bequem, lassen sich aber leicht kopieren. Für sensible Dokumente solltest du nicht allein auf ein Bild einer Unterschrift vertrauen, sondern einen nachvollziehbaren Signaturablauf und passende Zugriffsrechte nutzen.

Passe außerdem auf, wenn ein PDF nach dem Unterschreiben geschützt oder gesperrt werden soll. Berechtigungen und Kennwörter können vor unerwünschten Änderungen schützen, ersetzen aber keine sorgfältige Ablage und keine geregelten Zuständigkeiten.

Prüfen, ablegen und nachvollziehen

Nach Abschluss solltest du das PDF einmal wie eine empfangende Person prüfen. Sind alle vorgesehenen Felder ausgefüllt? Stimmen Namen, Datum und Dokumentversion? Ist das Dokument vollständig und lesbar?

Lege die finale Datei in einer klaren Ordnerstruktur oder einem Dokumentenmanagementsystem ab. Verwende einen eindeutigen Status im Dateinamen oder in den Metadaten, etwa „freigegeben“ oder „vollständig unterschrieben“. Vermeide es, die fertige Datei später ohne Grund umzubenennen oder erneut zu bearbeiten.

In unseren Acrobat Schulungen zeigen wir solche Abläufe anhand typischer Dokumente aus Verwaltung, Personal, Recht und Projektarbeit. Passende Acrobat Seminare und Termine findest du bei uns auf cmt.de.

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