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PDF im Unternehmen

Scans mit OCR durchsuchbar machen

Mit Scans mit OCR machst du Papierdokumente in Acrobat Pro durchsuchbar, kopierbar und für die tägliche Arbeit nutzbar.

26. Januar 2024 7 Min. Lesezeit

KI-generiert

Die Rechnung liegt als Scan im PDF vor, die Kollegin braucht eine bestimmte Vertragsklausel und du sollst eine Aktennummer herauskopieren. Mit der Lupe findest du nichts, weil das Dokument nur aus Bildseiten besteht. Genau hier hilft OCR, also die automatische Texterkennung. Acrobat Pro legt dabei eine durchsuchbare Textebene über den Scan. Das Bild bleibt erhalten, der Inhalt wird aber auffindbar, kopierbar und für viele weitere Arbeitsschritte nutzbar.

Was OCR bei einem Scan tatsächlich leistet

Ein gescanntes Papierdokument ist zunächst ein Bild. Auch wenn du auf dem Bildschirm deutlich lesen kannst, erkennt Acrobat darin noch keine Wörter, Zahlen oder Sätze. Die Suche bleibt ohne Treffer, Text lässt sich nicht markieren und ein Screenreader kann den Inhalt kaum sinnvoll erfassen.

Die OCR Funktion analysiert die Bildseite, erkennt Zeichen, Wörter und Textblöcke und erzeugt daraus eine Textebene. Diese Ebene liegt unsichtbar über dem ursprünglichen Scan. Du siehst daher weiterhin das vertraute Dokumentbild, kannst aber suchen, Text markieren und Inhalte kopieren.

Das ist besonders hilfreich für:

  • eingehende Rechnungen, Lieferscheine und Bestellungen
  • unterschriebene Verträge und Personalunterlagen
  • Behördenpost und Anträge
  • alte Archive, Akten und Sitzungsunterlagen
  • technische Dokumentationen mit Tabellen und Kennzeichnungen
  • Dokumente, deren Inhalte später geprüft oder weiterverarbeitet werden sollen

OCR ersetzt jedoch keine sorgfältige Prüfung. Eine Texterkennung kann Buchstaben verwechseln, vor allem bei schlechter Vorlage, kleinen Schriften, Stempeln oder handschriftlichen Ergänzungen. Bei Namen, Beträgen, Fristen, Aktenzeichen und Vertragsdaten prüfst du das Ergebnis immer gegen die sichtbare Vorlage.

Acrobat Reader und Acrobat Pro unterscheiden

Mit dem kostenlosen Acrobat Reader kannst du vorhandene durchsuchbare PDFs öffnen, durchsuchen, kommentieren und je nach Dokument Text kopieren. Er erstellt aber keine OCR Textebene aus einem Bildscan.

Für die Texterkennung benötigst du Acrobat Pro. Dort steht dir das Werkzeug Scans verbessern zur Verfügung. Es kann gescannte Seiten optimieren und Text erkennen. Nach der Verarbeitung ist das PDF weiterhin ein PDF, enthält aber zusätzlich maschinenlesbaren Text.

Das ist im Arbeitsalltag wichtig: Wenn du nur ein Dokument öffnen möchtest, reicht häufig der Reader. Wenn du Papierakten digital nutzbar machen, Inhalte recherchieren oder Dokumente für ein Archiv vorbereiten willst, arbeitest du mit Acrobat Pro.

Vor dem Scannen: Die Vorlage entscheidet über die Erkennung

Viele OCR Probleme entstehen nicht erst in Acrobat, sondern bereits am Scanner. Die Texterkennung kann fehlende Bildinformationen nicht zuverlässig ergänzen. Ein sauberer Scan spart deshalb später viel Zeit bei Kontrolle und Nacharbeit.

Achte vor dem Scan auf diese Punkte:

PrüfkriteriumGute Einstellung für TextdokumenteTypische Folge bei schlechter Vorlage
Auflösungmeist 300 dpiZeichen wirken unscharf oder brechen aus
FarbeGraustufen oder Farbe bei Stempeln und Markierungenwichtige Kontraste gehen verloren
AusrichtungSeiten gerade einlegenschräger Text wird ungenauer erkannt
Vorlageglatt, sauber und vollständigSchatten, Knicke und Flecken stören
Schriftbildklarer Druck, ausreichender KontrastBuchstaben und Ziffern werden verwechselt
Dateiquellemöglichst direkter Scan statt FotoPerspektive und Reflexionen beeinträchtigen die Erkennung

Für normale Geschäftsbriefe, Rechnungen und Vertragsseiten ist eine Auflösung von 300 dpi in vielen Fällen ein guter Wert. Sehr kleine Schrift, feine Tabellen oder schwache Durchschläge können eine höhere Auflösung erfordern. Dabei wächst aber auch die Dateigröße. Scanne daher nicht pauschal maximal hoch, sondern passend zum Dokumenttyp.

Bei mehrseitigen Unterlagen lohnt sich ein Einzugsscanner mit automatischem Duplexscan. So landen Vorder und Rückseite in einem Arbeitsgang im PDF. Prüfe anschließend trotzdem, ob leere Rückseiten, doppelte Seiten oder falsch gedrehte Blätter enthalten sind.

Texterkennung in Acrobat Pro anwenden

Öffne das Scan PDF in Acrobat Pro und rufe das Werkzeug Scans verbessern auf. Dort kannst du zunächst die Qualität der gescannten Seiten verbessern und anschließend die Texterkennung starten. Je nach Acrobat Version können Bezeichnungen und Anordnung einzelner Schaltflächen leicht abweichen. Entscheidend sind die Funktionen zum Verbessern des Scans und zum Erkennen von Text.

Gehe in dieser Reihenfolge vor:

  1. Prüfe zunächst einige Seiten im Dokument. Sind sie vollständig, gerade ausgerichtet und gut lesbar?
  2. Wähle im Werkzeug Scans verbessern die Bearbeitung für das gesamte Dokument oder für ausgewählte Seiten.
  3. Stelle die Sprache passend zur Vorlage ein. Bei deutschen Dokumenten ist Deutsch die richtige Grundlage. Enthält ein Dokument mehrere Sprachen, wähle die passende Sprachoption, sofern sie angeboten wird.
  4. Starte die Texterkennung.
  5. Warte, bis Acrobat die Seiten verarbeitet hat.
  6. Teste das Ergebnis direkt: Suche nach einem eindeutigen Wort, markiere eine Textstelle und kopiere einen kurzen Satz in ein leeres Dokument.
  7. Speichere das bearbeitete PDF unter einem nachvollziehbaren Namen.

Bei großen Aktenbeständen ist es sinnvoll, zunächst eine kleine Testmenge zu verarbeiten. So erkennst du früh, ob Scanner, Spracheinstellung und Dokumentqualität passen. Erst danach bearbeitest du den gesamten Bestand.

So verbesserst du die Qualität der Texterkennung

Wenn die Ergebnisse unzuverlässig sind, starte nicht sofort mehrere OCR Durchläufe. Prüfe zuerst die Ursache. Oft ist ein neuer, sauberer Scan die beste Lösung.

Kontrast, Schieflage und Hintergrund korrigieren

Im Werkzeug Scans verbessern kann Acrobat typische Scanfehler reduzieren. Dazu gehören schiefe Seiten, ein unruhiger Hintergrund, Randbereiche oder schwacher Kontrast. Diese Korrekturen helfen besonders bei Dokumenten aus älteren Akten, Kopien oder Unterlagen mit sichtbaren Stanzlöchern.

Übertreibe die Bildoptimierung nicht. Wird ein Scan zu stark geglättet oder aufgehellt, können feine Zeichen verschwinden. Das betrifft etwa Dezimalkommas, Punkte in Aktenzeichen, hochgestellte Zeichen oder dünne Linien in Tabellen.

Die richtige Dokumentensprache wählen

Die Sprache steuert, welche Zeichenfolgen und Wörter die OCR für wahrscheinlich hält. Bei deutschen Unterlagen verbessert die Spracheinstellung vor allem die Erkennung von Umlauten, ß und typischen Wortformen.

Bei Formularen mit deutschen und englischen Feldern oder bei internationalen Verträgen kann eine einzige Sprache zu schwach sein. Kontrolliere in solchen Fällen besonders Namen, Ortsangaben, Firmenbezeichnungen und Fachbegriffe.

Tabellen und Formulare realistisch prüfen

OCR erkennt Text, versteht aber nicht automatisch den fachlichen Zusammenhang einer Tabelle. Eine Zahl kann sichtbar in der richtigen Zeile stehen, beim Kopieren aber in einer anderen Reihenfolge erscheinen. Das gilt auch für Formulare mit Kästchen, Linien und mehrspaltigen Bereichen.

Wenn du Tabellenwerte weiterverarbeiten willst, prüfe daher:

  • Sind Spaltenüberschriften und Werte vollständig erkannt?
  • Bleiben Beträge, Einheiten und Dezimalstellen korrekt?
  • Sind mehrzeilige Felder vollständig?
  • Wurde Text aus Randnotizen versehentlich übernommen?
  • Ist die Reihenfolge beim Kopieren plausibel?

Für einzelne kritische Angaben ist die visuelle Kontrolle schneller und sicherer als ein umfangreiches Bereinigen der Textebene.

Handschrift getrennt behandeln

Gedruckter Text liefert meist gute OCR Ergebnisse. Handschrift ist deutlich schwieriger, besonders bei kurzen Notizen, Unterschriften oder Schreibschrift. Verlasse dich bei handschriftlichen Ergänzungen nicht darauf, daß Acrobat sie vollständig oder korrekt erkennt.

Eine Unterschrift wird durch OCR auch nicht zu einer elektronischen Unterschrift. Sie bleibt ein Bildbestandteil des Scans. Wenn ein Dokument rechtlich oder organisatorisch eine digitale Signatur benötigt, ist das ein anderer Arbeitsschritt mit Funktionen wie Zertifizierte Unterschrift. Welche Form im konkreten Vorgang genügt, klärst du mit den zuständigen Fachstellen. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Ergebnisse kontrollieren und sicher weitergeben

Nach der OCR solltest du nicht nur testen, ob ein einzelnes Wort gefunden wird. Prüfe verschiedene Inhalte: eine Überschrift, eine Zahl, ein Umlaut, eine Referenznummer und einen Begriff aus einer Tabelle. So erkennst du schnell, ob die Textebene brauchbar ist.

Achte auch auf sensible Inhalte. Durchsuchbarer Text kann leichter kopiert, exportiert und gefunden werden als ein reines Bildscan. Bei Personalakten, Gesundheitsdaten oder vertraulichen Vertragsunterlagen ist das gewollt, verlangt aber passende Zugriffsrechte und eine klare Ablage.

Wenn Inhalte dauerhaft entfernt werden sollen, reicht es nicht, Text optisch mit einem schwarzen Kasten zu überdecken. Nutze dafür in Acrobat Pro das Werkzeug Schwärzen. Erst nach dem Anwenden der Schwärzungen sind die betroffenen Inhalte aus dem PDF entfernt. Prüfe das Ergebnis danach mit der Suche.

Für Langzeitarchive kann außerdem PDF/A relevant sein. PDF/A dient der langfristig verlässlichen Darstellung von Dokumenten. Ob es für eure Ablage vorgeschrieben oder sinnvoll ist, hängt von euren internen Vorgaben ab. Erstelle zuerst eine gute OCR Grundlage und prüfe dann, ob die Konvertierung nach PDF/A erforderlich ist.

Checkliste vor der Ablage

Bevor du ein OCR PDF in ein Archiv, DMS oder einen Vorgang legst, kontrolliere diese Punkte:

  • Alle Seiten sind vorhanden und korrekt gedreht.
  • Der Scan ist ausreichend scharf und gut lesbar.
  • Die passende Dokumentensprache wurde genutzt.
  • Suche und Textmarkierung funktionieren auf mehreren Seiten.
  • Kritische Angaben wie Beträge, Namen, Fristen und Aktenzeichen sind geprüft.
  • Vertrauliche Informationen sind bei Bedarf mit Schwärzen entfernt.
  • Dateiname und Ablageort folgen euren internen Regeln.
  • Die Originalvorlage bleibt erhalten, sofern eure Vorgaben das verlangen.

OCR ist besonders wertvoll, wenn du sie als festen Teil des Digitalisierungsablaufs behandelst: sauber scannen, Text erkennen, kontrollieren, sicher ablegen. Dann werden Papierdokumente nicht nur digital sichtbar, sondern im Arbeitsalltag wirklich nutzbar.

Wenn du diese Abläufe mit Acrobat Pro sicher anwenden und an typische Dokumente aus deinem Arbeitsbereich anpassen möchtest, findest du passende Acrobat Seminare und Termine bei uns auf cmt.de.

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